Krakau vor Weihnachten – Spüre die Stimmung
In den letzten Beiträgen haben wir über Essen und Trinken gesprochen. Heute bleiben wir in einem ähnlichen Thema, wenn auch nicht ausschließlich. Heute tauchen wir ein in die festliche Atmosphäre Krakaus. Für diejenigen, die behaupten, Weihnachten nicht zu mögen oder es aus ideologischen Gründen nicht zu feiern, sei daran erinnert, dass wir das Wintersonnenwendfest begehen. Feste rund um die längste Nacht des Jahres sind seit Menschengedenken bekannt: die Slawen feierten Szczodre Gody, die Juden Chanukka, die Wikinger Jul, die Kelten Yule usw. Die Bedeutung ist überall ähnlich: wir feiern den Sieg des Tages über die Nacht, die Tage werden länger, nach der Dunkelheit kommt das Licht, die Hoffnung auf den Frühling beginnt. Man sollte auch bedenken, dass Jesus von Nazareth mit Sicherheit nicht am 25. Dezember geboren wurde. An diesem Tag fand das römische Fest Sol Invictus statt, mit derselben Bedeutung wie die oben genannten Traditionen, und es wurde – klugerweise – als Fest der neuen Religion übernommen.
Krakauer Krippen – UNESCO-Erbe
Warum lohnt es sich, Krakau im Dezember zu besuchen? Es gibt mehrere Gründe. Einer davon ist die einzigartige Tradition der Krakauer Weihnachtskrippen. Diese Tradition ist so interessant und wichtig, dass die Krakauer Krippen seit einigen Jahren auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit stehen. Charakteristisch für die Krakauer Krippen sind ihre Farbenpracht und die obligatorische Inspiration durch Krakauer Denkmäler. Man sieht Elemente, die von den Türmen der Marienkirche, der Wawel-Kathedrale, dem Barbakan, dem Florianstor und anderen Bauwerken inspiriert sind. Doch keine Krippe darf eine Kopie sein – jede ist einzigartig und unverwechselbar. Seit 1937 findet am ersten Donnerstag im Dezember auf dem Hauptmarkt, beim Mickiewicz-Denkmal, ein Wettbewerb um die schönsten Krippen statt. Danach werden sie den ganzen Dezember und Januar im Krzysztofory-Palast, dem Hauptsitz des Krakauer Museums, ausgestellt. Neben den Krakauer Krippen kann man auch mechanische Krippen in der Kapuzinerkirche in der Loretańska-Straße oder eine lebendige Krippe bei den Franziskanern in der Franziskanergasse bewundern.
Altstadtbesichtigung in Krakau
Weihnachtsmarkt auf dem Hauptmarkt in Krakau
Seit Jahren können wir uns die Weihnachtszeit nicht ohne Stände mit Glühwein, Würstchen, dicken Brotscheiben mit Schmalz sowie Christbaumkugeln, Dekorationen und Handwerkskunst vorstellen. So auch in Krakau. Ich habe den Ende November eröffneten Markt besucht und möchte meine Eindrücke teilen. Menschenmassen, Dampf steigt aus Kesseln mit Bigos und Suppen, Kellen schöpfen duftenden Glühwein, Stände geschmückt mit Tannenzweigen und Weihnachtsdekorationen, überall Lichter, Düfte und Sprachen von Einheimischen und Touristen vermischen sich. Mit einem Wort: festlich.
Was kann man auf dem Weihnachtsmarkt bekommen?
Die Antwort: viele leckere traditionelle Gerichte und auch Handwerksprodukte. Einige Beispiele:
- Gegrillter Oscypek (geräucherter Käse) pur oder mit Speck ab 8 PLN (knapp 2EUR)
- Eine große Scheibe Brot mit Schmalz für 18 PLN (in reichhaltiger Version teurer)
- Pierogi: kleine Portion für 30 PLN, große mit 12 Stück für 55 PLN Dazu traditionelle Suppen, Wurstwaren – ein Stand mit litauischem Kindziuk und anderen Spezialitäten ließ mir fast das Wasser im Mund zusammenlaufen. Außerdem zahlreiche Stände mit handgefertigten Christbaumkugeln, Weihnachtskränzen, Schmiedearbeiten und vielem mehr. Es lohnt sich wirklich, diese Stimmung zu erleben und Krakau im Dezember zu besuchen! Die ganze Stadt ist mit Weihnachtsbäumen geschmückt, über den Straßen hängen Ornamente, inspiriert von Krakauer Wandteppichen – es ist wirklich wunderschön.
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