Das Denkmal des Hundes Dżok in Krakau

Ich habe bereits über das Sightseeing in Krakau mit Hund geschrieben, doch heute möchte ich eine außergewöhnliche, ebenfalls vierbeinige Geschichte erzählen, die in der Königsstadt mit einem eigenen Denkmal verewigt wurde.

In Krakau gibt es unzählige Denkmäler. Große Helden wie Tadeusz Kościuszko über dem Eingang zum Wawel, Adam Mickiewicz auf dem Hauptmarkt und die vielen Denkmäler von Johannes Paul II. (man könnte sagen: „hier wird ordentlich gejohannespault“). Doch ein Denkmal hebt sich besonders hervor — das Denkmal des Hundes Dżok.

Wer schon einmal das schöne Edinburgh besucht hat, kennt wahrscheinlich die Statue eines Hundes an der Hauptstraße zwischen Schloss und Königspalast. Sie ist der Treue eines Hundes gewidmet — genauer gesagt dem Hund Bobby, der nach dem Tod seines Herrchens 14 Jahre lang an dessen Grab wachte. Die Einwohner waren so gerührt, dass sie ihm ein Denkmal setzten, das auch nach über 150 Jahren noch an diese Geschichte erinnert. Man könnte sagen, dass Hundetreue keine Grenzen kennt — und eine ähnliche, wenn auch jüngere Geschichte erzählt das Denkmal des Hundes Dżok in Krakau.

Die Geschichte von Dżok

Dżok war ein schwarz-brauner Mischling, dessen Besitzer, ein Krakauer Professor, 1990 plötzlich am stark befahrenen Grunwald Kreisel in der Nähe des Wawels starb. Ein ganzes Jahr lang blieb Dżok in der Gegend, von der aus sein Herrchen weggebracht worden war. Die Krakauer brachten ihm Futter und Wasser, viele versuchten, ihn aufzunehmen. Erst nach einem Jahr entschied Dżok, dass seine Wache zu Ende war, und ließ sich adoptieren — wiederum von einer Dozentin. Die Zeitschrift Przegląd veranstaltete unter ihren Lesern einen Wettbewerb für den Namen des Hundes, und „Dżok“ gewann.

Leider starb einige Jahre später auch seine neue Besitzerin. Dżok wurde an andere Betreuer abgegeben, von denen er jedoch entlief und 1998 tragisch von einem Zug überfahren wurde. Er wurde auf dem Gelände des Krakauer Tierheims in der Rybna Straße begraben.

Das Denkmal des Hundes Dżok

Die Geschichte berührte die Einwohner so sehr, dass ein Komitee zur Errichtung eines Denkmals gegründet wurde. Ihm gehörten bekannte Persönlichkeiten aus Krakau und darüber hinaus an, darunter die Künstler Zbigniew Wodecki, Jerzy Połomski, Krzysztof Cugowski und viele andere. Die Enthüllung fand — für Krakauer Verhältnisse im Rekordtempo — bereits im Mai 2001 statt, drei Jahre nach dem Tod des Hundes, in Anwesenheit des Präsidenten der Obersten Kontrollkammer, staatlicher und städtischer Behörden sowie zahlreicher Einwohner, von denen viele mit ihren eigenen Hunden kamen.

Jadwiga Osuch, die Präsidentin des Krakauer Tierschutzvereins, sagte während der Enthüllung:
„Wir möchten die Menschen lehren, Tieren gegenüber treu und loyal zu sein — so wie sie uns gegenüber treu sind.“
Der Verein betreibt das Tierheim für heimatlose Hunde und Katzen, auf dessen Gelände Dżok begraben liegt — und aus dem ihr euren eigenen Vierbeiner adoptieren könnt. Ich habe selbst einen, namens Zamek, seit fast fünf Jahren, und ich füge sein Foto bei. Nicht kaufen — adoptieren!

Beschreibung und Standort des Denkmals


Das Dżok Denkmal befindet sich an den Weichselboulevards, unweit des Wawels, in der Nähe der Smocza Straße und auf der gegenüberliegenden Flussseite des Grunwald Kreisels. Es trägt eine Inschrift auf Polnisch und Englisch:
„Hund Dżok. Der Treueste der Treuen, ein Symbol der Hundetreue. Ein Jahr lang (1990–1991) wartete er am Grunwald Kreisel auf seinen Herrn, der an dieser Stelle starb.“

Enthüllt wurde das Denkmal von einer Deutschen Schäferhündin namens Katy. Der Autor des Denkmals war der bekannte Krakauer Künstler Bronisław Chromy, der den Entwurf kostenlos anfertigte. Die Skulptur zeigt einen Hund inmitten ausgebreiteter menschlicher Hände, der seine Pfote dem Betrachter entgegenstreckt. Sie symbolisiert Treue und die Bindung zwischen Mensch und Tier.

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