Krakauer Cafés und Bars

Vor kurzem habe ich ausführlich darüber geschrieben, wo man sich in der Stadt der Könige gut stärken kann. Heute widme ich mich den Orten, an denen man etwas trinken kann. Das ist einerseits sehr subjektiv und andererseits keineswegs systematisch – einfach ein paar Eindrücke des Autors. In allen genannten Lokalen war ich in jüngster Vergangenheit, und ich empfehle grundsätzlich nur das, was ich kenne, für gut halte und wo ich gerne wieder hingehe.

Food & Vodka und/oder Bier – Kulinarische Tour durch Krakau

Wo kann man in Krakau Kaffee trinken?

Beginnen wir mit den absoluten Klassikern: Jama Michalika in der Floriańska-Straße 45, nur einen Steinwurf vom Markt entfernt. Dieser Ort ist an sich schon sehenswert. Er entstand Ende des 19. Jahrhunderts und war von Anfang an Treffpunkt der Krakauer Bohème. Hier – sicher nicht nur bei Kaffee – vergnügten sich Künstler und Literaten wie Wyspiański, Mehoffer, Wyczółkowski oder Boy-Żeleński im dekadenten Flair des Fin de Siècle. Bis heute hängt dort ein Gemälde des „betrunkenen“ Florianstors, schwankend und verschwommen. Solche Eindrücke liefert das Getränk selbst wohl kaum, das der Legende nach mit Jan III. Sobieski nach der Wiener Entsatzschlacht nach Krakau kam.

Ich gebe zu, dass mein Lieblingscafé in Krakau U Pęcherza ist, gelegen im gotischen, ältesten Sitz der Jagiellonen-Universität – dem Collegium Maius in der Jagiellońska-Straße 15. Es befindet sich nicht nur in den wunderschön gewölbten mittelalterlichen Kellern, sondern bietet wohl auch die besten Kuchen in Krakau. Schon der Anblick allein ist beeindruckend.

Eine interessante Option ist das Cafe Bageri, ein schwedisches Café in Kazimierz in der Przedbrzezie-Straße, gleich neben der Tempel-Synagoge. Dort gibt es köstliche, frisch gebackene Hefeteigteilchen im skandinavischen Stil.

Kaffee und Süßes ohne Zucker

Der Autor – auch wenn man es nicht sieht – hat gelegentlich kurze Phasen der Kohlenhydratreduktion. Für alle, die ebenfalls kulinarische Versuchungen meiden möchten, gibt es zwei Orte mit leckeren, vor Ort gebackenen Kuchen ohne Mehl und Zucker:

  • Dora the Cook in der Stradomska-Straße nahe dem Wawel
  • Nie Cukiernia in meiner Lieblingsgegend Nowa Huta.

Letztere bietet neben einer großen Auswahl an Kuchen und Gebäck (wenn auch nur einmal pro Woche) auch ein durchaus ordentliches Keto-Brot.

Wo kann man in Krakau gutes Bier trinken?

Der Mensch lebt nicht vom Kaffee allein – besonders im Sommer hat man Lust auf ein kühles Bier. Bier wird in unserer alten Hauptstadt seit Urzeiten gebraut, und wer die Tradition achtet, sollte hier keine Cola oder Mirinda trinken.

Unter den vielen Orten mit ordentlichem Craft-Bier vom Fass nenne ich nur:

Omerta in Kazimierz in der Kupa-Straße, im Stil des Paten eingerichtet.

CK Browar, Podwale- Str. in der Altstadt im Stil einer bayerischen Bierstube, mit einem Porträt von Kaiser Franz Joseph. Hier wird Bier direkt vor Ort gebraut und in großen Röhren („Giraffen“) serviert.

Pod Wawelem hat ebenfalls eine nette Atmosphäre und Livemusik, doch Bier und Essen sind durchschnittlich und die Menschenmassen groß.

Wo kann man in Krakau Wodka trinken?

Wenn ihr gerne ein Gläschen trinkt, das weder Uniform noch Seele befleckt, aber Herz und Geist wärmt, ist mein Lieblingsort Zakąski u Ani am Plac Nowy in Kazimierz. Geführt von zwei Schwestern, ist es ein kleines, großartiges Lokal für einen halben Liter gut gekühlten Roggenwodka, dazu rosa Limonade und als Snack Tatar oder Brot mit Schmalz und Gurke. Und wenn nach einigen Gläsern der Hunger kommt, sind die berühmten Kazimierz-Zapiekanki nur 20 Meter entfernt.

Wo kann man in Krakau gute Cocktails trinken?

Es gibt viele gute Cocktailbars in Krakau. Besonders einzigartig ist Chewre, untergebracht in einer ehemaligen Synagoge in der Bożego-Ciała-Straße in Kazimierz. An den Wänden sieht man noch Szenen des Heiligen Landes mit hebräischen Inschriften. Empfehlenswert – sofern nicht alles voll ist – gleich rechts vom Eingang gibt es bequeme Sessel.

Vor kurzem war ich erstmals im The Trust in der Węgłowa-Straße in Kazimierz. Es wirkt etwas bemüht elegant, aber ich bestellte einen Cocktail namens Misty Mountain. Ein wirklich schmackhafter Mix aus Extrakten und Cordials, serviert von sehr freundlichem Personal auf einem Moosuntersetzer. Die Kellnerin goss eine Flüssigkeit darüber, und aus dem Moos stieg dichter künstlicher Nebel auf.

Krakau – eine Stadt, in der das Wochenende nie endet

Es gibt unzählige interessante Orte in Krakau. Die Stadt lebt auf Hochtouren, und mit Millionen Touristen und weit über hunderttausend Studenten ist hier das Wochenende ein dauerhaftes Wochenende. Man denkt unweigerlich an die Gräfinwitwe aus Downton Abbey und ihr berühmtes „What is a weekend“.

Mit diesem optimistischen Akzent beende ich meine Worte und wünsche allen Lesern alles Gute.