wo man in Krakau essen kann

Wo man in Krakau essen kann

Ich habe eine Tante, deren Mann immer scherzt, dass die Gajewskis nur über Essen reden. Also machen wir genau das.

Ich habe schon oft über das Sightseeing in der Altstadt, in Kazimierz oder in Nowa Huta geschrieben. Und da jeder gerne gut isst, geht es heute darum, wo man sich in der Stadt der Könige kulinarisch verwöhnen lassen kann. Ich lebe mit Unterbrechungen seit 2003 in Krakau, durchgehend seit 2013, und habe in vielen Krakauer Lokalen gegessen – privat und beruflich – und möchte meine Erfahrungen mit euch teilen. Alle Orte, die ich erwähne, habe ich besucht – mit einer Ausnahme – und das alles in den letzten Monaten.

Wo man in Krakau elegant essen kann

Fangen wir mit der gehobenen Kategorie an. Ich hatte einmal die Gelegenheit, im berühmten Wierzynek zu speisen. Das ist definitiv kein Restaurant für jeden Tag, aber jemanden Besonderen zu einem festlichen Anlass dorthin einzuladen, ist eine großartige Idee. Die Preise sind natürlich nicht niedrig – ich war vor einigen Jahren dort und nehme an, sie haben sich wie überall verdoppelt – aber für einige Hundert Złoty pro Person (eher am oberen Ende) bekommt man ein hervorragendes Abendessen. Die Weine sind deutlich teurer als die Gerichte, daher – wie ein verstorbener Bischof einmal sagte – am besten Lamm bestellen und dazu ein gutes polnisches Bier. Exzellente Qualität, erstklassiger Service: Bei einem Abendessen mit mehreren Personen wurden die Gerichte unter Glocken serviert, damit sie nicht auskühlen, und erst gleichzeitig bei allen Gästen geöffnet.

Wo man gut, aber nicht zu teuer essen kann

Unter den guten Restaurants mit moderaten Preisen (ganz ehrlich: billig war einmal) empfehle ich Pod Baranem gleich beim Wawel in der Gertrudy-Straße oder Kapłony i Szczeżuje in Kazimierz in der Izaaka-Straße. Letzteres bietet moderne jüdische Küche – dort habe ich vor ein paar Wochen einen köstlichen Cholent mit Rinderbäckchen gegessen, der über viele Stunden bei niedriger Temperatur gegart wurde. Schon beim Gedanken daran läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Cholent ist ein typisches jüdisches Gericht für den Schabbat, den heiligen Samstag, an dem kein Feuer gemacht oder gekocht werden darf. Deshalb wird es am Vortag vorbereitet und über Nacht langsam im Ofen gebacken.

Eine tolle Mittelklasse-Option ist Ogniem i Mieczem in Podgórze am Serkowski-Platz, direkt beim markanten Piłsudski-Stahlbrücke. Das Lokal sieht aus wie eine Taverne aus dem gleichnamigen Roman, das Essen ist lecker und die Portionen… Bei einem Firmendinner kam nach zwei Gängen ein Apfelkuchen in Ziegelgröße – ich sah Angst in den Augen der Gäste. Also nichts für Leichtesser. Aber wenn du ordentlich essen willst, ist das einer der besten Orte.

Wo man günstig essen kann

In der Kategorie Alltagslokale empfehle ich besonders U Babci Maliny in der Szpitalna-Straße nahe dem Marktplatz. Der Żurek ist wahrscheinlich der beste in Krakau, und die Pierogi, vor allem die gebackenen, sind absolute Spitzenklasse. Das Lokal liegt gegenüber dem Słowacki-Theater und hat eine obere Bar- und eine untere Restaurantetage.

In Nowa Huta musst du unbedingt in der Stylowa essen – an der Aleja Róż, nahe dem Zentralplatz. Sie liegt direkt neben dem Ort, an dem einst das Lenin-Denkmal stand – und angeblich haben einige Spaßvögel dem Lenin dort ein Mittagessen bestellt und den Kellner gebeten, es zum Denkmal zu bringen.

Wo man sehr günstig essen kann

Vergessen wir nicht die Milchbars – die besten, originalen aus der Volkszeit, gibt es in Nowa Huta. Es gibt vier davon, alle betrieben von PSS Społem, wie früher, und alle sind extrem beliebt. Einziger Nachteil: 10–15 Minuten Wartezeit sind normal.

Ich erinnere mich, wie ich vor 8 Jahren, kurz nach meinem Umzug nach Huta, in einem Milchbar war. Vor mir stand eine ältere Dame, die eine halbe Portion Suppe und eine halbe Portion Kartoffelpuffer bestellte – für 2,40 Złoty! Die Preise haben sich seither wohl verdreifacht, aber es bleibt eine sehr günstige und leckere Option. Alle Pierogi, Kompotts und Kluski werden vor Ort frisch zubereitet – von einem Team flinker Damen. Passt perfekt zu Nowa Huta. Unbedingt hingehen und Geschmack und Atmosphäre erleben.

Streetfood in Krakau

In der Altstadt empfehle ich Pod Filarkami an der Ecke Dietla und Starowiślna. Kürzlich habe ich gut, günstig und reichlich im Lunch Bar Marco gegessen – das Interieur ist traditioneller als der Name vermuten lässt – in der Biskupia-Straße.

Eine super Option nur einen Steinwurf vom Hauptmarkt entfernt ist Koko in der Gołębia-Straße. Günstiger als dort? Wahrscheinlich nur Kebab.

Und wenn Kebab, dann Craft-Rindfleisch bei Efes in der Basztowa-Straße direkt bei den Planty (denn normales Rindfleisch ist oft „Hund mit Hütte“). Für vietnamesische Küche gehe ich oft zu Hoang Hai, 200 m vom Wawel entfernt in der Stradomska-Straße.

Auf der Straße lohnt sich ein Obwarzanek – ein Krakauer Spezialgebäck, verkauft aus den typischen Wagen. Vor dem Backen wird er kurz gekocht – daher der Name.

Ein weiteres traditionelles Krakauer Streetfood ist die Maczanka Krakowska – früher mit Bratfett und Fleischresten, heute mit einem ordentlichen Stück Braten. Gibt’s z. B. beim Foodtruck in der Wawrzyńca-Straße.

Und nicht vergessen: die legendären Zapiekanki auf dem Plac Nowy in Kazimierz.

Also – hast du Appetit auf Krakau bekommen? Wenn ja, melde dich – kontakt.